CO2-Ausstoß am Flugzeug:
Möglichkeiten der CO2-Kompensation

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Fluggesellschaften, Flugzeughersteller, Flugsicherungen und Flughäfen arbeiten intensiv daran, den Kerosinverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen beim Fliegen zu reduzieren. Dies geschieht durch vielseitige technische und operative Maßnahmen wie zum Beispiel durch den Einsatz effizienter Triebwerke und optimierte Flugverfahren.

Aufgrund der hohen Nachfrage wächst der Luftverkehr jedoch jährlich weiter – und damit auch die CO2-Emissionen. Um hierfür einen Ausgleich zu schaffen, werden die wachstumsbedingten CO2-Emissionen in anderen Industrie- und Wirtschaftssektoren kompensiert. Ein Instrument, um das zu erreichen, ist das europäische Emissionshandelssystem (EU-ETSEU-ETSEU Emissions Trading Scheme Europäisches Emissionshandelssystem, an dem seit 2012 auch der Luftverkehr teilnimmt.), an dem der Luftverkehr schon seit 2012 teilnimmt. Der Luftverkehr muss dabei für seine wachstumsbedingten CO2-Emissionen Zertifikate kaufen und somit diese Emissionen ausgleichen. Das Problem bisher war, dass das EU-ETS eine europäisch begrenzte Maßnahme war und damit erstens zu Wettbewerbsverzerrungen beiträgt und zweitens nur einen Teil des weltweiten Luftverkehrs erfasst.

Ab 2020 wurde dann für den internationalen Luftverkehr das sogenannte Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation – kurz: CORSIACORSIACarbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation Globales marktbasiertes Klimaschutzinstrument für den Luftverkehr. geschaffen. Mit diesem Klimaschutzinstrument, das im Jahr 2016 von der UN-Luftfahrtorganisation ICAOICAOInternational Civil Aviation Organization Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ist eine Sonderorganisation der UN. als CO2-Kompensations-System für den internationalen Luftverkehr beschlossenen wurde, wird ab 2020 das wachstumsbedingte CO2CO2Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und geruchloses Gas, Bestandteil der Luft und Treibhausgas. Es wird u.a. bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt. weltweit kompensiert. Ziel ist das CO2-neutrale Wachstum im internationalen Luftverkehr. Die Klimakompensation findet zum Beispiel über Klimaschutzprojekte statt. Damit diese nachhaltig gesichert sind und qualitativ hochwertig durchgeführt werden, gibt es bestimmte Standards und Grundlagen, die erfüllt werden müssen.

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Grundzüge des ICAO-Offsetting-Systems CORSIA

CO2-Emissionen im Luftverkehr werden in anderen Sektoren ausgeglichen

Quelle: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)
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Europäischer Emissionshandel

Seit 2012 nimmt der Luftverkehr in der Europäischen Union am Emissionshandelssystem teil. Damit werden die Kohlendioxid-Emissionen des Luftverkehrs in Europa auf die Emissionen des Jahres 2005 begrenzt. Wenn das Luftverkehrsaufkommen wächst, also mehr geflogen wird, müssen für die wachstumsbedingten CO2-Emissionen Zertifikate gekauft werden. Die Emissionszertifikate kaufen die Fluggesellschaften über Händler zum Beispiel von großen Energieversorgern, die dieses Kohlendioxid eingespart haben. Da die Anzahl aller Zertifikate gedeckelt ist, sind auch die CO2-Emissionen insgesamt begrenzt. Daher erfolgt das Wachstum des Luftverkehrs in Europa schon jetzt CO2-neutral. 

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Globale Kompensation: CORSIA

Über ein gemeinsames, weltweit gültiges Abkommen zur Kompensation von Kohlendioxid wurde viele Jahre auf internationaler Ebene diskutiert und verhandelt. Im Jahr 2016 war es soweit: Das globale marktbasierte Klimaschutzinstrument CORSIA wurde von der ICAO beschlossen. Dieses Instrument zur CO2-Kompensation erfüllt wichtige Kriterien für den Klimaschutz und den Luftverkehr. Dazu zählt, dass es international ausgestaltet ist, Wettbewerbsverzerrungen minimiert und eine reale Kompensation der CO2-Emissionen bewirkt. Dadurch wächst der Luftverkehr ab 2020 weltweit CO2-neutral. 

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Vom Emissionshandel zum globalen Klimaschutzinstrument CORSIA

CORSIACORSIACarbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation Globales marktbasiertes Klimaschutzinstrument für den Luftverkehr. soll gemäß der ICAOICAOInternational Civil Aviation Organization Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ist eine Sonderorganisation der UN.-Resolution A39-3 das (einzige) Klimaschutzinstrument für die Emissionen von internationalen Flügen sein. Noch ist auch der Europäische Emissionshandel in Kraft. Im Folgenden sind die wichtigsten Meilensteine des EU-ETSEU-ETSEU Emissions Trading Scheme Europäisches Emissionshandelssystem, an dem seit 2012 auch der Luftverkehr teilnimmt. und CORSIA aufgeführt.

1992UN-Umweltgipfel in Rio
Die Staatengemeinschaft beschließt die Klimarahmenkonvention und verpflichtet sich zur Reduzierung von CO2.
19973. Klimakonferenz in Kyoto
Das Kyoto-Protokoll wird beschlossen und im Artikel 2.2 festgelegt, dass die ICAO Klimaschutzmaßnahmen für den internationalen Luftverkehr festlegen soll.
2006Entscheidung in Brüssel
Das Europäische Parlament und der Rat beschließen die Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel ab 2012.
2009Weltweite Klimaschutzstrategie im Luftverkehr
Fluggesellschaften, Hersteller, Flughäfen und Flugsicherungen weltweit beschließen eine gemeinsame internationale Klimaschutzstrategie für den Luftverkehr.
2010Beginn der Emissionsüberwachung bei den Luftfahrzeugbetreibern
2012Europäischer Emissionshandel für den Luftverkehr
Der europäische Emissionshandel wird für alle Flüge, die im europäischen Wirtschaftsraum starten und landen, eingeführt. Aufgrund von Protesten der Drittstaaten wird das Emissionshandelssystem dann aber auf innereuropäische Flüge begrenzt.
2013Stop-the-clock
Inkrafttreten des Beschlusses zur Einschränkung des Anwendungsbereiches des EU-ETS für den Luftverkehr von 2012 auf den innereuropäischen Flugverkehr.
201338. ICAO-Vollversammlung in Montreal
Die UN-Staatengemeinschaft beschließt die Einführung einer globalen marktbasierten Klimaschutzmaßnahme für den internationalen Luftverkehr ab 2020.
201521. Klimakonferenz in Paris
Die UN-Staatengemeinschaft verpflichtet sich mit dem Pariser Abkommen, den Temperaturanstieg infolge des Klimawandels auf maximal 2 Grad zu begrenzen. Jeder Staat soll nach seinen Möglichkeiten dazu einen Beitrag leisten.
201639. ICAO-Vollversammlung in Montreal
Die UN-Staatengemeinschaft konkretisiert die globale marktbasierte Klimaschutzmaßnahme für den internationalen Luftverkehr ab 2020 mit dem CO2-Kompensations-System CORSIA.
2021Freiwillige Pilotphase von CORSIA beginnt
Ab 2021 müssen die wachstumsbedingten Emissionen des internationalen Luftverkehrs kompensiert werden. An der freiwilligen Pilotphase beteiligen sich bislang mehr als 70 Staaten. Diese decken mehr als 87 Prozent der internationalen Luftverkehrsleistung ab.
2024Freiwillige 1. Phase von CORSIA beginnt
Die Beteiligung an der 1. Phase ist ebenfalls freiwillig. Die wachstumsbedingten Emissionen des internationalen Luftverkehrs werden kompensiert.
2027Verbindliche Phase von CORSIA beginnt
Alle Staaten, die im Jahr 2018 einen Anteil am internationalen Luftverkehr von mehr als 0,5 Prozent haben, müssen nun teilnehmen. In Summe muss jedoch 90 Prozent der internationalen Luftverkehrsleistung von CORSIA abgedeckt sein. Das bedeutet, dass ggf. auch Staaten, deren Anteil kleiner als 0,5 Prozent ist, mitmachen müssen.
2032Überprüfung der Wirksamkeit von CORSIA
Ab 2022 wird CORSIA alle drei Jahre auf seinen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der internationalen Luftfahrt und seine Effektivität überprüft. 2032 soll dann darüber entschieden werden, ob das System im Jahr 2035 ausläuft oder ggf. mit Verbesserungen weiter fortgeführt wird.
2050Ziel erreicht!
Bis 2050 sollen die netto-CO2-Emissionen im Luftverkehr um 50 Prozent reduziert werden – das Ziel klingt aus heutiger Sicht realistisch angesichts der Anstrengungen, die weltweit dafür unternommen werden müssen. Wenn die Marktreife neuer Technologien und alternativer Flugkraftstoffe zügiger voran schreitet als bisher angenommen, ist auch eine größere Reduktion machbar.
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Freiwillige Klimakompensation

Nicht nur Staaten und Unternehmen können ihren CO2-Ausstoß durch Kompensationsinstrumente ausgleichen. Auch Privatpersonen bieten sich hierzu zahlreiche Möglichkeiten. Wenn man persönliche Aktivitäten wie etwa eine Flugreise nicht vermeiden kann oder möchte, lässt sich das dabei entstandene Triebhausgas ausgleichen. Für den Effekt auf das Klima ist es unerheblich, wo Emissionen entstehen. Deshalb kann auch der CO2-Ausstoß eines Ferienfluges dadurch kompensiert werden, dass Klimaschutzprojekte auf der anderen Seite der Erde finanziert werden. Es gibt zahlreiche Anbieter für freiwillige Kompensation und auch die Unternehmen der deutschen Luftfahrt bieten ihren Fluggästen diese Möglichkeit an.

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Klimaschutzprojekte

Klimaschutzprojekte sorgen dafür, dass das CO2, das zum Beispiel im Luftverkehr nicht vermieden werden kann, an einer anderen Stelle in gleicher Höhe eingespart wird. Dies geschieht zum Beispiel dadurch, dass Öfen, die mit Holz geheizt wurden, durch Solaröfen ersetzt werden. Damit auch tatsächliche CO2 eingespart wird und auch soziale Belange berücksichtigt werden, müssen Klimaschutzprojekte gewisse Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Dafür gibt es verschiedene Standards, die unter der Mitarbeit von Nichtregierungsorganisationen festgelegt wurden. Besteht ein Klimaschutzprojekt die Zertifizierung nach einem solchen Standard, dann darf es am Kohlenstoffmarkt entsprechend viele CO2-Zertifikate handeln. Marktteilnehmer, die mehr CO2 emittiert haben – in diesem Fall die Fluggesellschaften – kaufen Zertifikate von denjenigen, die CO2 eingespart haben, und schaffen so einen Ausgleich in der globalen CO2-Bilanz.

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Klimaschutz im Luftverkehr Alles, was Sie wissen sollten
Klimakiller Nr. 1?

Der Luftverkehr ist der größte Klimakiller? Stimmt nicht!

Verbrauch senken

Flugzeuge sind immer effizienter unterwegs durch innovative Technik, bessere Auslastung und ein intelligentes Miteinander aller Partner.

Klimaneutral fliegen

Neue Verfahren zur Kerosinherstellung, alternative Antriebe sowie klimaoptimierte Flugverfahren werden in Zukunft ein nahezu klimaneutrales Fliegen ermöglichen.

CO2 kompensieren

Der Luftverkehr kompensiert CO2 über den Kauf von Zertifikaten oder durch die Finanzierung nachhaltiger Klimaschutzprojekte.

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