Freiwillige Klimakompensation

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Im Oktober 2016 wurde in Montreal das globale Klimaabkommen für den Luftverkehr CORSIACORSIACarbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation Globales marktbasiertes Klimaschutzinstrument für den Luftverkehr. beschlossen. Das Carbon OffsettingOffsettingKlimakompensation Instrument zum Klimaschutz, bei dem Treibhausgase durch Einsparungen oder Speicherungen an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden. and Reduction Scheme for International Aviation ist das erste und bislang einzige Klimaabkommen für einen einzelnen Industriesektor weltweit. Es wird mittels Kompensationsmechanismen dafür sorgen, dass ab 2020 das Wachstum des internationalen Luftverkehrs weitestgehend CO2CO2Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und geruchloses Gas, Bestandteil der Luft und Treibhausgas. Es wird u.a. bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt.-neutral erfolgen wird.

Darüber hinaus bietet eine stetig wachsende Anzahl an Fluggesellschaften, Reisebüros, Flughäfen und Reiseveranstalter – zumeist in Kooperation mit unabhängigen und gemeinnützigen Anbietern – ihren Kunden die Option, sämtliche nicht vermeidbaren Emissionen eines Fluges oder der kompletten Reise auszugleichen. Die interessierten Kunden können mithilfe eines CO2-Rechners die KlimawirkungKlimawirkungBeschreibt den Einfluss der Emissionen, die beim Verbrennen von fossilen Brennstoffen entstehen, auf den Klimawandel. ihres Fluges oder einer kompletten Reise berechnen lassen und den Preis für die CO2-Kompensation ermitteln. Das Geld fließt direkt in zertifizierte Klimaschutzprojekte, bei denen klimaschädliche Energiequellen wie zum Beispiel ein dieselbetriebener Stromgenerator durch klimafreundliche Energiequellen wie z.B. Strom aus Biomasseabfällen ersetzt werden.

Meist werden solche Projekte in Entwicklungsländern durchgeführt, da dort die Emissionsvermeidung in den meisten Fällen kosteneffizienter ist. Denn für die Atmosphäre ist es unerheblich, wo CO2CO2Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und geruchloses Gas, Bestandteil der Luft und Treibhausgas. Es wird u.a. bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt. ausgestoßen und wo es eingespart wird. Deshalb kann der Ausstoß einer bestimmen Menge an Treibhausgasen , der an einer Stelle nicht vermieden werden kann, an einem beliebigen Ort der Welt eingespart werden. Was am Ende hinsichtlich der Klimaschutzwirkung zählt, ist die Gesamtbilanz der CO2-Emissionen weltweit.

 

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Beispiele für freiwillige Kompensation

Viele deutsche Luftfahrt- und Logistikunternehmen bieten ihren Kunden und Passagieren an, sich an Kompensationsprojekten zu beteiligen. Die Abwicklung der Projekte erfolgt über gemeinnützige Organisationen, die darauf spezialisiert sind, solche Klimaschutzprojekte zu fördern und zu überprüfen.

 

Beispiel: Lufthansa Group

Die verschiedenen Unternehmen der Lufthansa Group bieten ihren Kunden und Passagieren zum Teil schon seit vielen Jahren eine Möglichkeit der freiwilligen Kompensation an. 2016 haben die Passagiere von Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines und AirPlus insgesamt 23.900 Tonnen CO2CO2Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und geruchloses Gas, Bestandteil der Luft und Treibhausgas. Es wird u.a. bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt. kompensiert. Dabei wurden mehr als 355.000 Euro für Klimaschutzprojekte gespendet. Zwischen 2012 und 2016 haben die Passagiere der Lufthansa Group insgesamt rund 2,1 Millionen Euro in entsprechende Klimaschutzprojekte investiert. Zwei Klimaschutzprojekte hat die Lufthansa derzeit in ihrem Portfolio, in die die Gelder der freiwilligen Kompensation der Passagiere fließen: ein Projekt für Solarlampen im ländlichen Äthiopien und ein weiteres Projekt für effiziente Kocher für die ländliche Bevölkerung in Kenia. Beide Projekte sind nach dem unabhängig geführten Goldstandard zertifiziert, der qualitativ hochwertige Klimaschutzprojekte und die daraus entstehenden Emissionszertifikate auszeichnet. Mehr zur freiwilligen Klimakompensation der Lufthansa Group und den Klimaschutzprojekten erfahren Sie hier.

 

Beispiel: DHL

Bei DHL können die Kunden mithilfe des Carbon Calculators online feststellen, welche transportbedingten Emissionen beim Versand von verschiedenen Sendungen entstehen – regional, national und international – und dabei auch zwischen verschiedenen Transportmitteln vergleichen. Damit lassen sich die Umweltauswirkungen bereits im Vorfeld des Transportes exakt ermitteln. Die Berechnungen entsprechen methodisch unter anderem dem Greenhouse Gas Protocoll und verwenden echte Routingdaten. Mit einberechnet wird dabei zum Beispiel auch der Weg zum Flughafen oder zum Hafen. Das Unternehmen macht es so möglich, die Folgen eines Transports für das Klima bei der Entscheidung für ein Transportmittel zu berücksichtigen. Mit dem Umweltschutzprogramm GoGreen bietet das Unternehmen den Kunden zusätzlich an, einen Aufpreis zu zahlen, mit dem die CO2-Emissionen für die einzelne Sendung kompensiert werden, indem Klimaschutzprojekte unterstützt werden, die nach international anerkannten Standards zertifiziert sind. Mit dem umfangreichen Programm sollen bis 2050 alle logistikbezogenen Emissionen auf Null reduziert werden.

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Deutsche Post DHL Group: Bis 2050 Null Emissionen

Quelle: Youtube/ Deutsche Post DHL Group
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Auch an Flughäfen wie zum Beispiel in Stuttgart gibt es die Möglichkeit, an einem Terminal die Emissionen des eigenen Fluges zu berechnen und die Klimawirkungen durch Spenden zu kompensieren. Ein Beispiel: Eine Person, die von Stuttgart nach London und zurück fliegt, verursacht rund 170 Kilogramm Kohlendioxid. Hinzu kommt noch die weitere Klimawirkung zum Beispiel durch die Bildung von Kondensstreifen, für die umgerechnet 228 kg CO2CO2Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und geruchloses Gas, Bestandteil der Luft und Treibhausgas. Es wird u.a. bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt. angerechnet werden. Mit einer Spende von in diesem Fall zehn Euro wird die KlimawirkungKlimawirkungBeschreibt den Einfluss der Emissionen, die beim Verbrennen von fossilen Brennstoffen entstehen, auf den Klimawandel. des Kohlendioxids kompensiert, indem in Entwicklungsländern Projekte zur Reduktion von Kohlendioxid unterstützt werden. Dazu gibt es den Flughafen-Bildungsparcours, zu dem spezielle Führungen zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen gehören.

Auch die IATAIATAInternational Air Transport Association Internationaler Dachverband der Luftverkehrsgesellschaften, dem derzeit 275 internationale Fluggesellschaften angehören, die 83 Prozent des weltweiten Luftverkehrs ausmachen. ermuntert ihre Mitglieder dazu, interessierten Kunden Kompensationsmöglichkeiten für ihre Flüge anzubieten. Das kann über einen Drittanbieter geschehen oder die Fluggesellschaften bieten die Möglichkeit der Kompensation direkt in ihrem Buchungsprozess eines Tickets an. Die IATA hat dafür extra das „Carbon offset programm“ gestartet in dem es interessierten Fluggesellschaften Unterstützung in der Einführung von Kompensationsprogrammen bietet. Gleichzeitig hat IATA dafür Sorge getragen, dass die angebotenen Zertifikate den höchsten Standards entsprechen. Bereits heute nehmen über 30 IATA-Mitglieder an dem Programm teil.

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