Klimakiller Nr. 1?

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Für den Begriff „Klimakiller Nr. 1“ spucken Suchmaschinen zahlreiche Treffer aus: Kohle, Fleisch, Methan, sogar Solarstrom tauchen im Ergebnis als vermeintliche Übeltäter auf. Und immer wieder auch: Luftverkehr.

Fakt ist: Der Anteil der CO2-Emissionen der Luftfahrt am weltweiten CO2-Ausstoß beträgt 2,69 Prozent.

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Entwicklung der weltweiten CO2-Emissionen*

Quelle: Internationale Energieagentur (IEA), Daten für 2015
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Fakt ist auch: Ein gut ausgelastetes Flugzeug mit Dutzenden Passagieren samt Gepäck und zusätzlich noch ein wenig Fracht im Laderaum, vollgetankt für einen Mittelstreckenflug – da braucht es eine enorme Menge an Energie, um die Maschine vom Boden abheben zu lassen, Hunderte Kilometer weit fliegen und am Ende sicher landen zu lassen. Das gelingt leider noch nicht emissionsfrei.

Flugzeuge erzeugen TreibhausgaseTreibhausgaseSie tragen zum Treibhauseffekt bei, da sie thermische Infrarotstrahlung absorbieren und wieder ausstrahlen., Lärm und Luftschadstoffe. Vor allem die Emission von Stickoxiden und die Erzeugung von Kondensstreifen und die damit einhergehende Veränderung der Wolkenbildung müssen bei der Bewertung der Klimawirkung des Luftverkehrs beachtet werden. Emissionen von Stickoxiden und Wasserdampf in Reiseflughöhe verursachen Ozon und Kondensstreifen – beides bremst die Wärmeabstrahlung von der Erde und trägt damit zur Klimaerwärmung bei. Aber die Unternehmen und Institutionen des Luftverkehrs arbeiten gemeinsam daran, die negativen Auswirkungen des kommerziellen Fliegens zu minimieren.

Fakt ist deshalb auch: Kaum eine andere Branche hat sich selbst derart ambitionierte Ziele gesteckt wie der Luftverkehr. Bereits 2009 haben sich Fluggesellschaften, Flugzeughersteller, Flugsicherungen und Flughäfen weltweit auf eine Klimaschutzstrategie verständigt. Der Fokus liegt dabei auf der Reduktion von Kohlendioxid. Die Klimaschutzstrategie besagt unter anderem: Die Treibstoffeffizienz wird pro Jahr um 1,5 Prozent gesteigert. Mit der Senkung des spezifischen Energiebedarfs der Flugzeuge wird der Verbrauch von Kerosin und somit der CO2-Ausstoß pro Passagier reduziert. Bisher wird das Ziel Jahr für Jahr erreicht. Das führt schon heute zu einer Entkopplung des Kerosinbedarfs vom Verkehrswachstum: Während sich der deutsche Luftverkehr seit 1990 mehr als verdreifacht hat, ist der Kerosinbedarf im gleichen Zeitraum nur um 98 Prozent gestiegen.

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Entkopplung des Kerosinbedarfs vom Verkehrswachstum

Quelle: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) auf Grundlage der Daten von destatis und dem Umweltbundesamt (UBA)
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Ab 2020 soll der Luftverkehr CO2-neutral wachsen, d.h. das Luftverkehrswachstum darf nicht mehr zu einem Mehr an CO2-Emissionen führen. Um das zu erreichen, müssen dann die Fluggesellschaften für das zusätzliche Kohlendioxid Zertifikate kaufen und von dem Erlös werden zertifizierte Klimaschutzprojekte finanziert, die die entsprechende CO2-Menge an anderer Stelle einsparen. Das ist ein wirkungsvoller Schritt, denn der Luftverkehr wächst – jedes Jahr um etwa fünf Prozent weltweit. Immer mehr Menschen fordern ihr Recht auf Mobilität ein, Länder und Kontinente rücken im Zuge der Globalisierung enger zusammen. Das Flugzeug ist in der globalisierten Welt auf vielen Strecken einfach alternativlos.

Da das Wachstum des Luftverkehrs und damit das Wachstum der Emissionen nicht allein durch steigende Effizienz bei Technik und Prozessen ausgeglichen werden kann, zahlt die Luftfahrt ab 2020 für die Kompensation in zertifizierten Projekten. Dem Klima ist es egal, wo das CO2CO2Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und geruchloses Gas, Bestandteil der Luft und Treibhausgas. Es wird u.a. bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt. eingespart wird. Aber die Luftfahrt gewinnt durch das Klimaschutzinstrument wertvolle Zeit, um alternative Antriebe, Kraftstoffe und völlig neue Flugzeugkonzepte zu entwickeln – dafür brauchen wir Industrie, Wissenschaft und Politik, um damit emissionsfreies Fliegen möglich zu machen. Denn: Bis 2050 sollen gegenüber dem Jahr 2005 die netto-CO2-Emissionen der Luftfahrt um 50 Prozent sinken.

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Klimaschutzstrategie der internationalen Luftfahrt

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Klimawirkung des Luftverkehrs

Das Besondere am Fliegen: Es geschieht in großen Höhen. Dort entfalten viele Substanzen eine ganz andere Wirkung als in der Nähe der Erdoberfläche. Deshalb muss über das Maß des CO2-Ausstoßes hinaus die gesamte Klimawirkung kritisch betrachtet werden. Stickoxide wirken in diesen Höhen zum Beispiel als Katalysator. Sie fördern einerseits die Bildung des Treibhausgases Ozon, bauen aber zugleich ein anderes Treibhausgas, nämlich Methan, ab. Neben dem Ausstoß von Stickoxiden muss vor allem die Erzeugung von Kondensstreifen und die damit einhergehende Veränderung der Wolkenbildung bei der Bewertung der Klimawirkung beachtet werden.

Was von der Erde aus so schön anzusehen ist und nicht selten als Sinnbild für den Traum vom Fliegen verwendet wird, ist aus Klimaschutzsicht ein Problem: Kondensstreifen, die beim Fliegen in großen Höhen entstehen können, verhindern das Abstrahlen von Licht und Wärme von der Erde ins Weltall. Sie halten praktisch die Wärme wie eine Glocke in der Atmosphäre und verstärken somit die Klimawirkung des Luftverkehrs. Andererseits haben Kondensstreifen nur eine relativ kurze „Lebensdauer“ und damit auch nur eine kurze Wirkungsphase. Schwierig ist es für Experten noch immer, die Klimawirkung des Luftverkehrs tatsächlich zu beziffern.

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Klimaschutzstrategie

Immer effizientere Flüge sorgen dafür, dass die absoluten CO2-Emissionen des Luftverkehrs weniger stark wachsen als der Luftverkehr zunimmt. Die Klimaschutzbemühungen der Branche zahlen sich also aus. Festgeschrieben sind sie in der Klimaschutzstrategie für den internationalen Luftverkehr, auf die sich Fluggesellschaften, Flugzeughersteller, Flugsicherungen und Flughäfen weltweit bereits im Jahr 2009 verständigt haben. Sie basiert auf folgenden drei Zielen: Der Treibstoffverbrauch soll pro Jahr um 1,5 Prozent sinken, ab 2020 soll das Wachstum des Luftverkehrs CO2-neutral erfolgen und bis 2050 sollen gegenüber dem Jahr 2005 die netto-CO2-Emissionen der Luftfahrt halbiert werden. 

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Bisher Erreichtes

Bis zum CO2-neutralen Fliegen stehen dem internationalen Luftverkehr zwar noch einige Herausforderungen bevor, aber es wurden auch schon wichtige Erfolge erzielt: So verbessert der Luftverkehr beispielsweise seit Jahren weltweit seine Energieeffizienz. Trotz hoher Wachstumsraten ist der Anteil des Luftverkehrs an den weltweiten CO2-Emissionen kontinuierlich von 2,92 im Jahre 2000 auf 2,69 Prozent im Jahr 2015 gesunken. Wussten Sie, wie es um die Auslastung und den Kraftstoffverbrauch der deutschen Fluggesellschaften steht? Oder möchten Sie wissen, wie viel Geld in neue, kraftstoffsparende Flugzeuge investiert wird? Oder welchen Klimaschutzbeitrag die Deutsche Flugsicherung leistet? Hier finden Sie weitere interessante Kennzahlen. 

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