Treibstoffschnellablass

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Fuel Dumping oder auch Treibstoffschnellablass ist eine Notfallmaßnahme, die nicht im regulären Flugbetrieb und nur in Ausnahme- und Notsituationen angewendet wird. Der Treibstoffschnellablass ist dann notwendig, wenn ein Langstreckenflugzeug mit dem höchst zulässigen Startgewicht (MTOW = maximum take off weight) abhebt und aufgrund von Problemen direkt nach dem Start wieder landen muss. Mit dem maximal zulässigen Startgewicht kann das Flugzeug jedoch dann manchmal nicht sicher landen, da es zu schwer ist. Um das Gewicht zu verringern, kommt insbesondere bei Langstreckenflugzeugen der Treibstoffschnellablass infrage.

Grund für das Ablassen von Treibstoff können technische Probleme, eine Notsituationen oder Erkrankung eines Passagiers sein. Nicht alle Flugzeuge verfügen über die technischen Voraussetzungen, um Treibstoff abzulassen.

Für das Ablassen von Treibstoff gelten die Regeln der ICAO, wonach dies möglichst abseits von großen Städten und in Lufträumen mit geringer Verkehrsdichte erfolgen soll. Dem betroffenen Flugzeug wird demnach ein besonderer Luftraum zugewiesen, möglichst über unbebautem oder dünn besiedeltem Gebiet.

Treibstoffschnellablass findet meist in Höhen von 4 bis 8 Kilometern statt. Vorgeschrieben sind eine Mindesthöhe von 1.800 Metern. Auch dürfen keine geschlossenen Kreise geflogen werden. Das Kerosin wird von den Turbulenzen hinter dem Flugzeug zu einem feinen Nebel verteilt. Trotz des Einsatzes empfindlicher Analyseverfahren konnten nach Fuel Dumps bisher in keinem Fall verunreinigte Pflanzen- oder Bodenproben festgestellt werden. Im Zeitraum von 2010 bis 2017 hat die Flugsicherung durchschnittlich 2 Fälle jährlich, davon durchschnittlich vier durch Militärluftfahrzeuge, gemeldet.

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In seltenen Fällen müssen Piloten aus Sicherheitsgründen vor der Landung das Gewicht des Flugzeugs reduzieren

Quelle: Schematische Darstellung auf Basis von internationalen Vorgaben der UN-Luftfahrtorganisation ICAO
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