Flugzeug Gewicht einsparenKerosinablass

Wieso lassen Flugzeuge manchmal Kerosin ab?

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Der Fuel Dump oder auch Treibstoffschnellablass genannt, ist eine reine Notfallmaßnahme, die nicht im regulären Flugbetrieb durchgeführt wird. Ausschließlich in Ausnahme- und Notfallsituationen lassen Piloten Kerosin im Flug ab. Zum Beispiel dann, wenn eine Gefahrensituation droht oder wenn das Flugzeug wegen eines bedrohlich erkrankten Passagiers kurz nach dem Start schnell wieder landen muss. Da das Flugzeug kurz nach dem Start noch fast vollgetankt zu schwer sein kann, um direkt wieder sicher zu landen, entscheidet der Pilot manchmal, Kerosin abzulassen.

Das geschieht dann durch einen kontrollierten Treibstoffschnellablass, für den die Regelungen der ICAOICAOInternational Civil Aviation Organization Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ist eine Sonderorganisation der UN. gelten: Piloten dürfen Kerosin nur in einem besonderen Luftraum mit geringer Verkehrsdichte und über möglichst dünn besiedeltem Gebiet, also möglichst abseits von Anwohnern ablassen. Dabei muss das Kerosin in einer Höhe von mindestens 1.800 Metern abgelassen werden. In der Regel erfolgt dies aber in einer Höhe zwischen 4.000 und 8.000 Metern.

Durch die hohe Austrittsgeschwindigkeit, die Turbulenzen und Verwirbelungen hinter dem Flugzeug wird das Kerosin in einem feinen Nebel verteilt. Der weitaus größte Teil des Nebels sinkt jedoch nicht zu Boden, sondern verbleibt in der Atmosphäre, bis er durch die Strahlungsenergie der Sonne in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt wird. Trotz des Einsatzes empfindlicher Analyseverfahren konnten nach Fuel Dumps bisher in keinem Fall verunreinigte Pflanzen- oder Bodenproben festgestellt werden.

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In seltenen Fällen müssen Piloten aus Sicherheitsgründen vor der Landung das Gewicht des Flugzeugs reduzieren

Quelle: Schematische Darstellung auf Basis von internationalen Vorgaben der UN-Luftfahrtorganisation ICAO
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